Die Position Chinas

Aus chinesischer Sicht befreite die Volksarmee bei ihrem Einmarsch die tibetische Bevölkerung aus der feudalen Herrschaft der Lamas. Während Jahrhunderten sei Tibet eine Herren-Knecht-Gesellschaft unter dem Joch der Klöster gewesen. Die tibetische Bevölkerung habe die „Befreiung“ begrüsst. Die folgende Modernisierung des „Autonomen Gebiet Tibet (AGT)“ sei allein China zu verdanken.

China sieht den Dalai Lama und „seine Clique“ im Zusammenhang mit Tibet als Hauptfeinde. Die Selbstverbrennungen der letzten Jahre seien von der „Dalai-Clique“ angestiftet worden und unvereinbar mit der buddhistischen Lehre.

Politische Analysten im Westen sehen die chinesische Position wesentlich bestimmt von Grossmachtinteressen. Das tibetische Hochplateau ist das wichtigste Wasserschloss Asiens, der Boden weist eine Anzahl wertvollster Rohstoffe auf (u.a. Chrom, Kupfer, Magnesit, Bor, Blei, Gold, Erdöl, Eisen, Lithium, Kaliumchlorid, Aluminium, Zink). Die Entwicklung des Abbaus ist ein Schwerpunkt des gegenwärtigen Fünfjahrplans der Regierung in Peking.